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Bist du ein Reisender oder machst du gerne Urlaub!

Reisen und Urlaub sind zwei Schlagwörter, die bei jedem erst mal wunderbare Bilder vor dem inneren Auge ablaufen lassen, ein Lächeln ins Gesicht zaubern und ein sehnsüchtiges Seufzen hervorrufen.

Diese Bilder sehen für jeden anders aus! Der Eine hat den weißen Sandstrand mit dem türkisfarbenen Meer im Kopf und sieht sich mit einem Cocktail auf dem Liegestuhl in der Sonne brutzeln. Der Nächste wandert über grüne Hügel bis zu schneebedeckten Bergen und lässt es sich abends in der Almhütte gut gehen. Andere wiederum düsen mit dem Auto durch Spanien, während der Vierte einen Segeltrip im Mittelmeer vorzieht und der Fünfte von einem All-Inclusive Hotel mit geführter Tour durch Costa Rica träumt.

Jeder hat so seine Vorstellung, ob entspannend oder im Abenteuerrausch!

Gibt es einen Unterschied zwischen Reisen und Urlaub machen?

Die einen sagen JA, die anderen sagen NEIN.
Ich sage definitiv JA, weil ich beides unterschiedlich erlebt habe.

Meine Leidenschaft zu Reisen konnte ich erst ab 2013 so wirklich ausleben.
2013 hatte ich drei Urlaube, 2014 sechs, 2015 zehn und 2016 wieder zehn.

Zehn mal im Jahr im Urlaub. Da kann man nur verrückt oder süchtig sein!
“Wie viel Entspannung braucht ein Mensch”, postete ein Freund an meine Facebook Wall.

Auch hier ist jeder anders. Die einen zieht es nie weg, den anderen reicht einmal im Jahr.
Ich würde am liebsten im Urlaub wohnen und würde dann zu Besuch nach Hause kommen!

Alle diese Reisen nenne ich jetzt im Nachhinein bewusst Urlaub. Man ist eine begrenzte Zeit, meist ein bis zwei Wochen, eher selten drei oder vier in einem Land und schaut sich dieses ein bisschen an, wobei der Fokus meist auf Entspannung liegt. Klar, man muss sich vom Arbeitsalltag erholen!

Manche verlassen im Urlaub ja kaum ihre Clubanlage.

Nur Reisen ist das dann nicht!

Da ich dieses Jahr zum ersten Mal in meinem Leben als Backpackerin sechs Monate auf Reisen war, kann ich den Unterschied ganz klar ausmachen.

Nun möchte ich aber auf die Worte der Buchautorin Bettina Pohlmann zurückgreifen, die in ihrem Buch „Frühstück mit Giraffen: 7 Reisetaschen, 5 Kontinente, 154 Tage – eine Familie reist um die Welt“ folgendes schreibt.

Manche, so wie ich, brauchen diesen Kick, diese Neugierde auf das fremde Leben, andere buchen eine Kreuzfahrt.

Es gibt tatsächlich Urlaube, da ist es egal, ob man in der Dom Rep oder auf Mallorca sein Handtuch auf die Liege schmeißt. Auf Reisen jedoch gilt das all nicht. Erholung kann man meist ganz unten auf der List ankreuzen, denn niemand macht eine Weltreise, um sich zu erholen oder möglichst gebräunt zurückzukommen.
Durch die Welt zu reisen bedeutet, so empfinde ich das, das Ungewisse zu spüren, das Abenteuer, jeden Tag Neues zu erleben in einem gänzlich anderem Umfeld, das je nach Region beinhaltet: regelmäßige Stromausfälle, nur kaltes oder gar kein Wasser, Kakerlaken, Sandfliegen oder Skorpione, Busse mit lückenhaften Unterboden, unwetterartige Regenfälle, Eiseskälte und keine Heizung, tropische Hitze und keine Klimaanlage oder Schotterpisten mit Schlaglöchern…

Auf der anderen Seite erlebt man neue, intensive Begegnungen, man lernt zu improvisieren, man lernt etwas auf sich zukommen zu lassen, nicht alles durchzuplanen, dem Zufall eine Chance zu geben. Wer reist, der stürzt sich ins Abenteuer, ins Ungewisse und vor allem: in die Arme von anderen Menschen. Man vertraut sich und anderen. Ohne Vertrauen wäre so eine Reise zum Scheitern verurteilt, denn man begibt sich stets in fremde Hände: in die des Piloten, des Busfahrers, des Rikschafahrers, der Gastfamilie, des Guides, der einem dem richtigen Weg zeigt…“
(2016 Blanvalet Verlag)

…Oder wie in meinem Falle dem Fremden, in dessen LKW man steigt um vom Fleck zu kommen.

Ich füge noch hinzu, dass man immer wieder auf verdreckte öffentliche Toiletten gehen muss, weil einem keine Wahl bleibt.

Dass man nicht täglich im Restaurant essen geht, sondern sich in der Hostel Küche aus Dosen Bohnen ein Mahl zaubert.

Dass man in Stockbetten mit neun anderen im Zimmer schläft.

Dass man immer eine Möglichkeit finden muss, seine schmutzige Wäsche zu waschen, was im Zweifelsfall bedeutet, dass man einen Tag ohne Unterwäsche durch den Dschungel läuft, weil alles in der Wäscherei ist, oder im Hostel am Stockbett hängend trocknet.

Und dass man nicht mit dem Taxi fährt, sondern wilde eingepferchte Fahrten in den öffentlichen Verkehrsmitteln erlebt, manchmal ohne Türen.

Dass man den halben Tag oder die ganze Nacht im Bus sitzt und dann völlig fertig seinen Mega Rucksack mit Hilfe von Google Maps ins nächste Hostel navigiert. Und vor allem das man sparen muss, denn man will ja möglichst lang unterwegs sein!

Wie so macht man das?

Wie Bettina Pohlmann schon sagt, weil es ein Abenteuer ist, weil man den Kick sucht.

Weil man das pulsierende Leben küsst, so meine Worte!

Seit fünf Wochen bin ich nun zurück in Deutschland, zurück in meinem schönen alten Leben.
Es ist schön meine Freunde zu sehen, mit meiner Familie beim Grillen zu lachen, in meinem eigenen Bett zu schlafen und morgens eine warme Dusche zu haben.

Aber ich vermisse die Ferne…
Ich vermisse diese Reise…
Ich vermisse die beste Zeit, die ich in meinem Leben hatte…
Diese Reise zu machen, war die beste Entscheidung, die ich je getroffen habe.
Ich vermisse sie unendlich…

Mir wäre jetzt danach eine neue Reiseroute festzulegen, Flüge und Unterkünfte zu buchen, zu packen und zu verkünden: Leute in drei Wochen bin ich wieder weg!

Ich bin dann mal weg!

Ist das mein neues Lebensmotto?
Laufe ich vor irgendwas davon?

Nein, ich will die Welt sehen!
Ich will das pulsierende Leben küssen! Ich will Abenteuer erleben und jeden Tag ein neuer Mensch sein!
Ich will nicht der Angestellte sein, der Jahr und Tag dasselbe tut, nur weil man es eben tut.


Um auf die Frage zurückzukommen, was der Unterschied zwischen Reisen und Urlaub machen ist.
Wisst ihr, was ich am allermeisten vermisse? Welches Bild, welche Erinnerung am meisten mitschwebt?

Nicht die vielen Strände und das in der Sonne brutzeln.

Es sind die Zeiten, als ich mit meiner weiß-blauen Chiller-Hose in den Bus gestiegen bin, meinen 34kg-Rucksack im Gepäckraum verstaut. Mit dem Ticket und der Brotzeit in der Hand, weil wir die nächsten zehn Stunden fahren. Mich Musik hörend aus dem Fenster schauend, neugierig die sich verändernde Umgebung beobachtend. Und dann, wenn man endlich angekommen ist, und man mit zersausten Haaren aus dem Bus kriecht, um seinen irre schweren Rucksack wieder startklar zu machen, um mit Google Maps auf dem Smartphone zum nächsten Hostel zu schlendern, um dann kaputt in eine durchgelegene Matratze zu fallen, glücklich mit dem Wissen, dass man die nächsten Tage einen weiteren Ort auf unserer Erde kennenlernen wird, und ein oder zwei kleine Abenteuer oder wunderschöne Momente auf einen warten. Genau dieses Gefühl hängt mir am meisten nach.

Und das sind die Gefühle eines wahren Reisenden!

Schön, dass du mir auf der Reise meines Lebens folgst!

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