Wenn sich Luxus & Low-Budget küssen

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Beliebtes Reiseziel deutscher Backpacker

Ich habe noch nie so viele deutsche Backpacker getroffen wie in Costa Rica!

Als ich die Länder für meine erste Tour auswählte, war klar Costa Rica muss auf die Liste.
Warum genau konnte ich gar nicht sagen. Ich denke, es war das Bild von grünen Fröschen mit roten Augen und dem schwarzen Kakadu, sowie sprießende Natur, Dschungel und Hängebrücken, das ich vor Augen hatte, wenn ich an Costa Rica dachte.

Kakadu Costa Rica

„Pass auf da ist es gefährlich“ hörte ich oft wenn ich von Ländern erzählte, die ich bereisen will. Aber bei Costa Rica fiel ein solcher Kommentar nie. Im Gegenteil! „Da musst du hin, da ist es schön“ wurde mir ans Herz gelegt.

Wahrscheinlich sind deshalb so viele Deutsche dort! Weil es einem weiterempfohlen wird, weil wir diese tollen Bilder im Kopf haben und weil es als sauberstes und sicherstes Land in Süd- und Zentralamerika gilt.

Leider ist es auch das Teuerste!

Zum Glück bin ich ja Wucherpreise von der Karibik schon gewöhnt, aber 3€ für eine große Flasche Wasser sind trotzdem nicht ohne. Unter 10€ eine Mahlzeit zu finden im Restaurant ist auch wirklich ein zeitaufwendiges Suchspiel.

Ich kann nicht vom ganzen Land reden, denn ich war nur an zwei Orten. Dennoch mir wurde von anderen Reisenden bestätigt, dass wirklich alles so teuer dort ist.

Warum war ich eigentlich nur an zwei Orten?!
Zwei Wochen hab ich für Costa Rica eingeplant, zwischen Trinidad und Miami, um eine Rundreise zu machen, damit ich wie immer möglichst viel sehe.
Anders als in den Ländern zuvor, habe ich diesmal nicht alle Hostels im Voraus gebucht. Lediglich das Erste, als ich ankam. Meine Route legte ich erst wenige Tage zuvor fest, auf Empfehlung einer Freundin.

Ich landete in der Hauptstadt San Jose und fuhr am gleichen Tag mit dem Bus noch sechs Stunden an die Karibikküste in das Örtchen Puerto Viejo. Nein das ist kein verschlafenes Fischerdorf.

Als ich die Hauptstraße ablief, um mein Hostel zu finden, war schnell klar, dass hier mehr Touristen als Einheimische wohnen müssen. Ein Hostel, Restaurant, Bar, Souvenirshop, Yoga- und Massagestudio nach dem Anderen.

Costa Rica Backpacker

Backpacker aus Deutschland

Die ersten zwei Tage lag ich nur am Stand und hab die entspannt gechillte Atmosphäre von Puerto Viejo genossen. Ja hier taugst mir, könnte hier länger bleiben!

Aber nein. Es geht weiter!

Ich habe mir sagen lassen, dass Panama nicht weit entfernt ist und dass man zu Fuß über die Grenze laufen kann. Gleich danach sollen ein paar Inseln liegen, die einem Paradies gleichen!

Somit stieg ich in den Bus und fuhr eine Stunde in den Ort Sixaola. Dort zahlt man ca. 5€ Steuern, holt sich einen Stempel bei der Immigration und wandert dann tatsächlich zu Fuß über eine Brücke, welche die Grenze zwischen Costa Rica und Panama darstellt.

Wenn man sich gerne umbringen möchte, wird es einem hier leicht gemacht. Die Brücke ist seitlich offen und nicht geschützt. Ein Kind könnte problemlos seitlich abfallen oder ein Betrunkener. Unser TÜV würde das komplette Ding sofort sperren, aber hey: andere Länder – andere Sitten!

Brücke

Landschaft Costa Rica

Ist man drüben angekommen, gleiches Spiel: Erst zahlen, dann Stempel. Nun setzt man sich am besten in einen Transfer und lässt sich für 10 bis 15€ eine Stunde zum Ort Almirante gefahren wird, um dann zuguterletzt mit dem Wassertaxi für 6€ nach Bocas del Toro zu fahren.

Karte der Inseln

Bocas del Toro liegt auf der Hauptinsel Kolon und hat am meisten zu bieten.
Hier gibt es alles, was ein Backpackerherz begehrt: günstige hippe Hostels, jede Menge Bars und günstige Supermärkte, Clubs am Wasser mit freien Eintritt und Wellen zum Surfen.

Ja auch ich bin wegen den Wellen gekommen!
Surfen lernen steht seit Jahren auf meiner Bucketlist und hier in Bocas del Toro wollte ich es angehen. Am zweiten Tag habe ich eine Surfschule ausfindig gemacht die mir zusagte, mit einem super Angebot: 90€ für dreimal je drei Stunden Surfkurs.

Bocas del Toro

Dieser Kurs war eine Erfahrung für sich und alle drei Tage waren so unterschiedlich, wie ich es nie geglaubt hätte. Aber letztlich habe ich es geschafft auf dem Board zu stehen, wenn auch wie ein einjähriges Baby das gerade laufen lernt!

Aus den geplanten vier Tagen, die ich in Bocas del Toro bleiben wollte, ist dann eine Woche geworden, weil man neben Surfen lernen noch so viele andere Dinge zum günstigen Preis tun konnte. Ich bin mit dem Wassertaxi zum Red Frog Beach gefahren.
Das ist eine kleine Insel, welche als Nationalpark gilt. Dort gibt es wenn man genau hin sieht was zu finden?

Genau! Kleine rote Frösche!

Frösche

Dann bin ich zum Starfish Beach mit dem Wassertaxi gefahren. Dort gibt es viele leuchtend rote Seesterne im Wasser in der Größe eines Gesichtes. Unglaublich!

Man findet die im seichten türkisblauen Wasser, sodass man sich einfach daneben setzen und die Seesterne bewundern kann. Nein, ich habe sie nicht für ein Foto angefasst. Es sind schließlich Tiere, auch wenn es nicht den Eindruck macht!

Seesterne

Ich war Pferdereiten am Strand und im Dschungel. War ok aber hätte ich mir sparen können!
Es war in meiner Vorstellung aufgrund von Werbebildern aufregender als in echt.

Und ich habe für 40€ einen Ganztagesausflug mitgemacht, wo wir wilde Delfine in der Dolphins Bay bestaunen konnten. Wir haben Faultiere in den Mangroven gesehen, sind zur einsamen kleinen Trauminsel Isla Zapatia gefahren, um dort Mittag zu essen und zu plantschen. Abschließend wurden wir mit Deep Boards vom Boot durch das Wasser gezogen und wurden so um eine neue Taucherfahrung reicher. Sehr cool. Wirklich sehr zu empfehlen!

Nach einer Woche musste ich mich losreissen von diesem unglaublich wohltuenden Fleckchen Erde. Hier hätte ich glatt noch drei Wochen verbringen können!

Einfach nur in den Tag hineinleben und schöne Dinge für wenig Geld machen.

Hier in Panama hab ich auch zum ersten Mal in meinem Leben echte Maracuja gegessen. Als ich diese in einem kleinen Straßenladen fand, kaufte ich gleich einen ganzen Beutel voll. Hmm, lecker!

Maracuja

Den Weg mit den öffentlichen Verkehrsmitteln hätte ich von Panama in den Norden Costa Ricas nicht geschafft, deshalb beschloss ich in Puerto Viejo, der Ort an dem ich zuvor war, Zwischenstopp zu machen und einen Surf Intensivkurs zu nehmen.

Panama

Auch hier hat es mir wieder so getaugt, dass ich anstatt des geplanten einen Tages, ganze drei Tage blieb. Ich wurde mit dem Kajak bei Abenddämmerung durch den Dschungel gefahren und habe wilde Affen lauthals brüllen hören. Ihr könnt euch nicht vorstellen, welche unglaublich tolle Stimmung das war. Ein Erlebnis für sich und auch die Bilder sprechen für sich!

Kajak bei Abenddämmerung

Abenddämmerung im Dschungel

Pah, was war nun mit meiner Costa Rica Rundreise!? Ich war gerade mal an einem Ort. Deshalb musste ich für die letzten zwei Tage in den Norden. Ich entschied mich für Monteverde, weil man dort die bekannten Hängebrücken im Dschungel und die Zipline finden soll.

Die Eintritte hier sind wieder deutlich teurer als in Panama, aber wenn man schon mal in Costa Rica ist, dann muss man das mitmachen.

Einblicke beim Sport im Dschungel

Meine Höhenangst hab ich irgendwie ausgeblendet. Ich wurde aber schnell dran erinnert, als ich am ersten Seil über dem Dschungel hing. Ahh Hilfe!
Nach der dritten Zipline musste ich dann heulen, weil es so viel Stress für meinen Körper war. Insgesamt gab es acht und die Letzte war 1km lang. Angeblich die Längste in Costa Rica.

Auch über Hängebrücken bin ich spaziert, dort hab ich die Höhe besser vertragen.

Hängebrücken

Grün wuchernde Natur konnte ich dort bewundern, Bäume umschlossen von Pflanzen, die bei uns daheim im Blumentopf herangezogen werden. Beindruckend!

Pflanzenwelt Pana,a

Auch eine Nachtwanderung habe ich mitgemacht, um die Tierwelt Costa Ricas zu entdecken. Wir haben ein Faultier, Gürteltiere, eine Tarantel, grüne Schlange, Skorpion und einen Kakadu gesehen. Der von den Bildern bekannte Rotaugenfrosch hielt sich leider versteckt.

Rotaugenfrosch

Viel gesehen und gemacht habe ich in den zwei Wochen, auch wenn es nicht zu meiner Rundreise kam.

Puerto Viejo in Costa Rica und Bocas del Toro in Panama sind super!
An beiden Orten hätte wochenlang verbringen können. In Puerto Viejo soll angeblich eine ganz besondere Energie schwingen, aufgrund von einem bestimmten Erdmagnetfeld oder was auch immer. Hab dazu keine Ahnung, aber ja, es fühlte sich dort einfach nur gut und wohltuend an.

Ich hab mir auch sagen lassen, dass in Costa Rica die Menschen glücklicher sind, als anderswo.
Auch das weiß ich nicht aber so gut, wie es mir dort gefallen hat, sowie auch den ganzen anderen deutschen Touristen, könnte es schon sein.

Eins ist klar: Costa Rica ich komme wieder und nicht nur als Backpacker!

Na, hab ich dich auf den Geschmack gebracht?
Hier findest du einen weiteren Reisebericht von mir “Costa Rica, meine Liebeserklärung an dich” sowie Natur pur in Costa Rica – Mein Reisevideo & Bilder

Schön, dass du mir auf der Reise meines Lebens folgst!

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