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AIDA – Meine ersten zwei Wochen an Bord

Zwei Wochen bin ich nun hier an Bord der AIDA Bella

Und ich habe ein großes Fragezeichen??? im Kopf

AIDA
Eine mehr, unter 600 Crew Mitgliedern.
Vom Individualisten zur Nummer.
Genau genommen zur Mainingnumber 216.
Neu an Bord und neu im Beruf!

Denn für die nächsten vier Monate werde ich hier auf der AIDA Bella als Rezeptionistin arbeiten.

An Bord der AIDA Bella

Neue Gäste Willkommen heißen und einchecken, von früh bis spät das Internet erklären, verschlossenen Safes wieder öffnen, neue Bordkarten ausdrucken, Bordrechnungen mit den Gästen durchgehen – einzelne Posten verschieben – ausdrucken, Fragen beantworten zu Ländern, in denen wir alle noch nicht gewesen sind, beim Passhandling helfen, Postkarten und kleinen Krims Krams verkaufen, Porto kassieren, Rollstühle Babyphone und sonste was verleihen, Listen ausdrucken, Beschwerden annehmen und weiterleiten, ständig an das klingelnde Telefon gehen und daraufhin Klempter Housekeeping und den Elektriker durchs Schiff schicken.

Die Allwissende für Jederman, zu jeder Zeit und für alle Anliegen!

Ja so ungefähr sieht mein Alltag jetzt aus!

Das Arbeiten auf dem Schiff ist definitiv kein Ponyhof, denn wir haben eine sieben Tage Woche und arbeiten viele viele Stunden täglich.

Den Job als Rezeptionistin habe und hätte ich mir selbst nicht ausgesucht! Aber es war der Einzige, den ich nach sechs Absagen bekommen habe. Deshalb hab ich ihn genommen, denn ich wollte unbedingt aufs Schiff!

Ein Leben an Bord

Unbedingt dem deutschen Winter entfliehen, unbedingt einmal auf dem Schiff dabei sein, unbedingt einmal diese Erfahrung machen!

Und es trifft tatsächlich meine Erwartungen.
Denn dass das hier kein Urlaub wird, war mir schon vorher klar!

Man hat nie Privatsphäre, denn der einzige Ort, an dem man tatsächlich mal alleine ist, ist das Badezimmer. Aber auch das bin ich zum Glück, von meinem Backpackerleben der letzten zwei Jahre schon gewohnt. Denn im Hostel hab ich mir auch das Zimmer mit drei bis elf anderen geteilt, sowie das Badezimmer.

Ich arbeite viel mehr als vorher und verdiene dabei viel weniger!

Dafür habe ich ein gratis 8qm2 Zimmer, freie Mahlzeiten so viel ich essen kann. Und es schmeckt mir tatsächlich auch! In der Crewbar bekomme ich eine Rum-Cola für 1,50€ und im Allgemeinen kommt man hier mit wenig Geld aus und kann viel von seinem bisschen Lohn sparen.

An Bord der AIDA Bella

Und dann gibt es nur für die Besatzung das Crewdeck mit einem kleinen Whirlpool, an dem ich meine drei bis fünf stündigen Mittagspausen genießen kann. Mein absoluter Lieblingsplatz auf dem Schiff. Jetzt könnte man meinen, dass sich da mittags 300 Leute tummeln, dem ist aber nicht so. Denn ca. die Hälfte unserer Besatzung ist asiatisch und diese haben es bekanntlich nicht so mit dem Sonnenbaden!
Und da wir ja auch alle versetzte Dienstzeiten haben, ist unser Crewdeck ein wirklich ruhiger Ort zum Chillen.

An Bord der AIDA Bella

Chillen und ein paar Stunden vergessen, dass man auf einem Schiff mit 2200 deutschen Touristen sitzt.

Schon vor zwei Jahren habe ich einen Bericht über die Spezies des deutschen Nörglers geschrieben. Und nach einem Sommer als Reiseleitung auf Mallorca und meiner neuen Anstellung hier an der Rezeption hat sich meine Meinung nicht geändert.

Stärkerer Seegang, der bei mir leider mit Seekrankheit verbunden ist und der deutsche unzufriedene Pauschaltourist sind die Dinge die mir hier am wenigsten gefallen!

Einmal AIDA, nie wieder AIDA!“ Ich muss immer wieder lachen, wenn ich diesen Satz höre, denn im nächsten Jahr sind sie ja doch wieder da.
Oder „Was? ich darf nicht bis zu meinem Transfer im Zimmer bleiben, so eine Frechheit, das hat ein Nachspiel“.
Nein du Doofsack, in jedem anderen Hotel der Welt muss man auch zur Check-out-Zeit raus, wenn man nicht mehr dafür bezahlt. Warum sollte es auf einem schwimmenden Luxuscontainer Names AIDA anders sein. Dass sie aber den ganzen Tag an Bord bleiben dürfen und voll mitessen, ist nicht genug!
Ach wie ich euch „liebe“ ihr Motzsäcke.

Weg vom Thema, denn hier kann ich mich wirklich rein steigern!

Zu etwas Schöneren!

Landgänge wie z.B. in Langkawi oder in Singapur und mein Crewpool, gefallen mir am Besten.

An Bord der AIDA Bella

Zum Thema Landgänge muss ich sagen, dass ich schon dachte, dass wir mehr raus kommen und mehr von den Häfen sehen, die wir anlaufen. Aber in 14 Tagen war ich dreimal draußen. Beim ersten Mal gab es absolut nichts Interessantes zu sehen. Ich frage mich, warum wir Melaka in Malaysia überhaupt angefahren haben. Zum Glück kommen wir da nicht mehr hin! Die drei Strandstunden auf der malaysischen Insel Langkawi und mein Spaziergang am Silvesterabend an der Marina Bay in Singapur, waren klasse.

An Bord der AIDA Bella

An Bord der AIDA Bella

In Vietnam und Kuala Lumpur lagen die Städte so weit vom Hafen entfernt, dass es sich zeitlich und finanziell nicht für uns lohnt. Also bleiben wir an Bord.

Weihnachten auf dem Schiff zu erleben war einerseits ein klein wenig traurig, weil wir dieses Fest nicht im Kreise unserer Familie gefeiert haben. Zum anderen war es etwas Besonderes, zum Klassiker „Stille Nacht“ mit der halben Besatzung auf der Bühne zu stehen.

An Bord der AIDA Bella

An Bord der AIDA Bella

Unsere Partys sind cool!. Sich die Seele frei zu tanzen, tut mir unheimlich gut. Jedoch habe ich es bis auf Weihnachten und Silvester noch zu keiner Party geschafft, weil ich nach so langen Arbeitstagen einfach zu müde bin (denn ich habe nicht immer lange Pausen).

Um abschließend noch mal auf das große ? in meinem Kopf zurück zu kommen!

Der neue Job als Rezeptionistin erfordert neben vielen Nerven auch gerade einige Gehirnzellen, weil es erstens ein völlig neuer Job für mich ist, mit mehren völlig neuen Programmen, ect. Ich muss mir so viel abschauen und dazulernen, was mich gekoppelt mit meiner Orientierungslosigkeit auf so einem großen Schiff, gerade fordert. Nicht überfordert aber definitiv fordert.

Ich freue mich auf die Zeit, wenn ich alles weiß und auf alles eine Antwort finde.

An Bord der AIDA Bella

Schiff Ahoi!

Schön, dass du mir auf der Reise meines Lebens folgst!

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